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Mein Kind schläft nicht!

Eigentlich ist dieses Thema total nervig und leidig, weil es so gut wie bei jedem Gespräch unter Eltern Thema Nr. 1 ist. Aber ich berichte trotzdem darüber, auch wenn es der zehntausendste Artikel ist, weil Schlaf einfach ein wichtiges Thema ist. Na gut, für Eltern mit schlafenden Kinder vielleicht nicht unbedingt?!

Man wird immer wieder gefragt: "wie schläft denn dein Kind?" Kennt ihr, oder? Dazu habe ich eigentlich nur ein einziges Wort: furchtbar!

Im Internet und Büchern sind hunderete Varianten zu finden, was denn wohl die beste Möglichkeit sei, sein Kind zum schlafen zu bringen. Die Eine ist spektakulärer als die Andere!

Ich gebe zu, ich habe seeeehr viel gelesen, in Blogs, in Foren, in Büchern und Ratgebern, weil man einfach irgendwann verzeweifelt ist, wenn das Kind stündlich oder zweistündlich in der Nacht aufwacht. Natürlich habe ich mich auch viel mit anderen Eltern ausgetauscht und es ist tatsächlich etwas beruhigend zu wissen, dass man damit nicht allein ist!

Mein Sohn ist jetzt 2 Jahre alt geworden und mittlerweile habe ich die Lösung. Ich muss euch enttäuschen, wenn ihr jetzt ein geheimes Rezepet erwartet! Es ist ganz simpel: Zeit und Geduld!

Ich musste mich einfach irgendwann damit abfinden, dass es kein Rezept gibt und alles was ich an angebotenen Varianten ausprobiert habe, nicht funktioniert hat.

Was ich nie ausprobiert habe und auch nie tun werde, ist die altbekannte und viel diskutierte Färbermethode! Mein Kind so lange schreien lassen, bis es vor Verzweiflung und Erschöpfung einschläft, ist für mich einfach unmenschlich. Da stehe ich ganz klar dazu! Ich war zwar wirklich an einem Punkt angelangt, an dem ich kurz darüber nachgedacht habe - aber Nein! Es kommt wirklich nicht in Frage!

Ich kenne einige Eltern, die ihre Kinder auf diese Art zum schlafen gebracht haben und es ist auch in Ordnung wenn sie mit dieser Methode einig sind. Jeder macht schließlich das, was er für richtig hält.

Wie war das denn jetzt bei uns? Ich muss dazu sagen, dass mein Sohn ein Frühchen ist und in der 30. Woche geboren wurde. Frühchen brauchen von Anfang an viel mehr Nähe und Kuscheleinheiten.

Im Internet auf www.neotraueme.de habe ich ein passenden Text dazu gefunden:

 

Körperkontakt und Nähe sind grundlegende Bedürfnisse eines neugeborenen Kindes. Sie vermitteln Geborgenheit und Vertrauen. Damit tragen sie maßgeblich zur gesunden körperlichen und geistigen Entwicklung  des Kindes bei. Frühgeborenen fehlt diese Geborgenheit zunächst gänzlich. Aufgrund dessen ist es wichtig, dass sie nachgeburtlich möglichst viel Zeit im unmittelbaren Körperkontakt mit ihren Eltern verbringen. Das sogenannte Känguruhen hat sich hier als Therapieform etabliert. Es ist die ideale Möglichkeit, Nähe und Bindung aufzubauen und stellt auch aus medizinischer Sicht eine ganz entscheidende Unterstützung dar.

 

Nun ist einfach so, dass unser Sohn bis heute ganz viel Nähe und das innige Kuscheln braucht und das soll er auch bekommen! Das wird wahrscheinlich auch der Grund sein, warum er bis dato noch nicht allein schlafen kann und will. Also schläft er bei Mama und Papa im Bett. Als Baby lag er oft sogar in meinem Arm und hat so wenigstens für eine Weile zufrieden geschlafen und ja, ich ebenfalls.

Aber es wurde über Monate hinweg nie wirklich besser - stündliches, mehrmals stündliches aufwachen und maximal 2 Stunden Schlaf am Stück haben mich dazu bewegt diverse Schlafvarianten zu probieren.

1. Versuch: Ich habe ihn in sein eigenes Zimmer verfrachtet, mit dem Glauben, dass er vielleicht besser schafen würde, wenn er ganz allein und in Ruhe liegen kann. Natürlich habe ich das auch einige Nächte am Stück durchgezogen, da sich die Kinder immer erst an die neue Situation gewöhnen müssen.

Aber ich habe dann schließlich aufgegeben, da er nicht annähernd besser geschlafen hat und ich ständig in sein Zimmer rennen musste. Da wusste ich, das ist nicht die Lösung!

Ich habe dann wirklich noch Vieles ausprobiert, mit Kissen und ohne Kissen, mit Decke, mit Schlafsack, schlafen im Gästebett, die Schlafrichtung, Schlafen nur mit Papa, später ins Bett , früher ins Bett, Osteopath, Kügelchen.... Keine Verbesserung! 

Was passiert dann? Man findet sich irgendwie damit ab und versucht mit dem Schlafentzug klar zu kommen. Und wirklich zu empfehlen ist der Mittagschlaf! Also liebe Eltern, wenn das Kind schläft, liegen bleiben! Auch wenn der Haushalt etc. warten muss! Außnahme ist wenn ich arbeiten bin.

 

Es war dann tatsächlich in den letzten Monaten schleichend zu bemerken, dass der Schlaf immer länger angedauert hat. Irgendwann waren es 3 Stunden am Stück und heute sind wir tatsächlich teilweiße soweit, dass er nur noch 2x in der Nacht aufwacht! Das ist noch nicht immer der Fall, aber immer öfter. Das macht mich wirklich glücklich und zufrieden.

 

Mein Ziel ist: bis zum 3. Geburtstag schlafen im eigenen Bett, in seinem eigenen Zimmer.

 

Mich interessiert natürlich jetzt auch wie es bei euren Kids mit der Schlaferei aussieht? Schlafen sie oder habt ihr auch ein nächtliches Drama? Oder habt ihr vielleicht ein Rezept?

 

Nachtrag 20. Februar 2019:

So liebe Eltern, bei uns hat sich was getan! Mittlerweile haben wir es geschafft, dass der kleine Mann in seinem eigenen Zimmer, in seinem eigenem Bett schläft. Yippieeee! Das funktioniert aber erst seit kurzer Zeit, nämlich seit alle seine Zähne da sind! Es bedarf aber immer wieder etwas Überredungskunst und es dauert, wie schon immer, relativ lange bis er einschläft. Aber darüber mach ich mir keinen Kopf mehr.

Wir schaffen es mit 1-2 aufwachen, wo er mich dann kurz braucht, aber das ist machbar. Wir haben doch tatsächlich auch eine (bisher einzige) Nacht mit Durchschlafen geschafft! Ich war wirklich überrascht und natürlich überglücklich! Ich bin ja mal gespannt wie sich das Ganze weiterentwickelt!

Was könnt ihr denn so berichten?

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Kommentare: 1
  • #1

    Sonja Fink (Dienstag, 04 September 2018 22:57)

    Hallo Lisa, cooler Blog!
    Wir haben ja jetzt zwei Jungs (der Große wird jetzt auch 2 Jahre alt, der Kleine ist jetzt 5 Monate). Da es uns ähnlich geht wie euch, schlafe ich immer nur wenige Zeitabschnitte am Stück - einer wacht immer auf. Zum Glück schläft der Große auch gerne mal ne Nacht bei der Oma und wenn ich dann noch mehr Glück habe, hat der kleine eine ruhige Nacht und ich schlafe 4 Stunden am Stück - ein Traum. Diese Erholung fühlte ich früher nur nach einem mindestens einwöchigen Wellnessurlaub ;)
    Durchhalten, wir schaffen das. Augen zu und durch die gute Nacht.
    Grüße Sonja