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Tagesmutter statt Kita?

Ist die Tagesmutter eine gute Alternative zur Kita? 
Ich sage ja!

Gerade erst ist euer Schatz geschlüpft und schon läuft die Elternzeit ab! Glaubt mir, das Jahr geht so schnell um! Viele Eltern stehen nun vor der Frage: wohin bloß mit meinem Kind? Am liebsten noch zuhause bleiben! Das ist allerdings in den meisten Fällen nicht realisierbar, da viele Elternteile aus finanziellen Gründen ihren Job wieder aufnehmen müssen, die zuvor erarbeitete Karriere sonst womöglich vor dem Aus stünde oder die Eltern wollen ganz einfach wieder arbeiten.

Die Wunschvorstellung: Das Kind während der Arbeitszeit bei Oma und Opa unterbringen! Die Realität: Meist gehen die Großeltern selbst noch einem Job nach oder wohnen viele Kilometer weit weg und dann gibt es eben keine andere Möglichkeit als das Kind in eine Betreuung zu geben.
Aber wohin denn nun mit den Kleinen? Kita oder Tagesmutter?
Eine Kita kam für mich persönlich nicht in Frage, da Kleinkinder unter 3 Jahren ausschließlich vormittags betreut werden - wir wohnen hier auf dem Land! Vielleicht gibt es in den größeren Städten es andere Möglichkeiten? Ihr könnt mir dazu ja was schreiben.
Ich arbeite in meinem Beruf aber hauptsächlich nachmittags, also war Kita für mich keine Option. Von einigen befreundeten Eltern kam dann immer wieder der Vorschlag "Betreuung durch eine Tagesmutter"!
Tagesmutter, was heißt das denn jetzt überhaupt genau? Mittlerweile gibt es verschiedene Modelle: von einer Tagesmutter, die die Kinder bei sich in den eigenen vier Wänden betreut, bis hin zu einer Tageseinrichtung mit mehreren Tagesmüttern, die in angemieteten Räumlichkeiten mehrere Kinder betreuen, ähnlich wie in einer Kita. 
Tagesmütter, muss man sagen, sind auf jeden Fall qualifizierte Betreuungskräfte, da sie Qualifikationen zu kindlicher Entwicklung, pädagogische Fähigkeiten und natürlich erste-Hilfe-Maßnahmen nachweisen müssen.
Außerdem gibt es strenge Auflagen - es wird z.B. geprüft ob ausreichend Platz zum spielen und toben vorhanden ist, Hygienemaßnahmen, Schlafmöglichkeiten, Kochmöglichkeit usw. werden ebenfalls genaustens überprüft.
Dennoch ist es ratsam, wenn ihr euch bei der Auswahl einer Tagesmutter Zeit nehmt, um euch von deren Qualifikationen überzeugen zu lassen. Bei einem persönlichen Gespräch merkt ihr auch schnell ob die Person auch wirklich die Richtige für die Betreuung eures Kindes ist und, was auch wichtig ist, ihr in Sachen Erziehung auf „einer Wellenlänge“ seid.
 
Ich machte mich also in näherer Umgebung auf die Suche nach einer Tagesmutter und ich kann euch sagen, die Damen sind sehr gefragt und man kann von Glück sprechen, wenn man einen Platz ergattert hat. Mein Vorteil war, dass ich keinen Vollzeitplatz brauche und habe daher einen Sharing-Platz bei einer Tageseinrichtung erhalten, d.h. man teilt sich den Platz mit einem anderen Kind. Eine gute Sache, denn die Plätze sind dann voll ausgenutzt.
Auch die „Wellenlänge“ passt in unserem Fall.
 
Was sind denn jetzt die Vorteile einer Tagesmutter/Tageseinrichtung:
Der wohl größte Vorteil: die flexiblen Betreuungszeiten. Im Gegensatz zu einer Kita können die Betreuungszeiten bei jedem Kind individuell abgestimmt werden.
In vielen Tageseinrichtungen ist eine Betreuung zwischen 7.00 und 18.00 Uhr möglich. Das variiert natürlich, je nachdem was die Tagesmutter euch anbietet. 
Außerdem erhalten die Kinder ein Mittagessen und machen gemeinsam Mittagschlaf.
Über den Tag verteilt bekommen die Kids noch Snacks, wie Obst oder auch mal ein paar Kekse. 
Für diese Extras bezahlt man dann auch extra. 
Für das Mittagessen hat unsere Tageseinrichtung „Essen auf Rädern“ beauftragt und garantiert den Kindern täglich eine gesunde und frische Mittagsmahlzeit. Dieses System ist für die Tagesmütter die beste und einfachste Lösung, da natürlich mehr Zeit für die Kinder übrig bleibt, da das Kochen hinfällig ist. 
Viele Tagesmütter kochen aber auch selbst. 
 
Ein weiterer Vorteil, gerade für Kleinkinder, sind die kleinen Gruppen. Von 2 Tagesmüttern werden max. 9 Kinder betreut.
Eine familiäre Atmosphäre spielt hier eine überaus wichtige Rolle. Gerade für die Kleinsten, vom Babyalter an, ist Geborgenheit, eine vertrauensvolle und enge Beziehung unverzichtbar. 
Bei meinem Sohn hat das wirklich toll funktioniert, er hat ziemlich schnell eine enge Bindung zu seiner Tagesmutter aufgebaut. 
Es gibt natürlich auch für jedes Kind eine individuelle Eingewöhnungszeit, über mehrere Wochen hinweg, um sie sanft und langsam an das Umfeld zu gewöhnen. 
Ein Nachteil zeigt sich, sobald die Tagesmutter bei Krankehit ausfällt. Da eine Vertretung sehr unwahrscheinlich ist, kommt schnell das Problem auf, kurzfristig eine Betreuung zu finden. In der Kita kann ein Ausfall in den meisten Fällen von anderen Kollegen ausgeglichen werden.
Krankheitsbedingt war das bei uns in 6 Monaten jetzt 1x der Fall. 
Mal überlegen... weitere Nachteile habe ich vorerst nicht zu berichten.
 
Interessant ist natürlich jetzt auch der finanzielle Aspekt. Wer denkt, dass es so viel teurer wie eine Kita ist, sollte sich vorher genau informieren, denn die Betreuung durch Tagesmütter wird vom Jugendamt gefördert und man bekommt in den meisten Fällen Zuschüsse. 
Allerdings sind die Zahlen von Region zu Region sehr unterschiedlich und somit kann ich auch leider keine allgemeine Summe nennen. 
Entscheidet ihr euch für eine Tagesmutter, ist anfangs ziemlich viel Papierkram und ein Termin beim Jugendamt oder Jugendförderverein notwendig, aber die zuständigen Mitarbeiter helfen euch da gerne weiter. Für einen Zuschuss müsst ihr Angaben über Verdienst und Arbeitszeit machen und dann wird alles genau geprüft. Bei einer Betreuung unter 20 Stunden wöchentlich, müsst ihr keine näheren Angaben machen
Berücksichtigen solltet ihr bei den monatlichen Kosten aber auch den Aufwand für Mittagessen und Snacks.
Außerdem will die Tagesmutter noch recht viel Dinge von euch wissen, was aber völlig in Ordnung ist, da es zu zum Wohle eueres Kindes beiträgt. Das sind Sachen wie: Infos über eure Erziehungsmaßnahmen, Schlafverhalten, Allergien, Windelmarke, Angabe wer euer Kind abholen darf usw.
 
Anhand meiner Erfahrungen kann ich euch die Betreuung durch eine Tagesmutter auf jeden Fall ans Herz legen. Ich bin mit dieser Entscheidung wirklich sehr zufrieden. 
Aber ich muss natürlich auch dazu sagen dass ich keine direkten Vergleich zur Kita habe. Die Eltern, die ich kenne, sind in den meisten Fällen auf jeden Fall auch zufrieden mit ihrer Kita.
Habt ihr noch weitere Fragen dazu, dann schreibt mich doch einfach per Email an.
Und sonst freue ich mich auch über eure Erfahrungen in der Kita oder bei der Tagesmutter.

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